Reisethrombose
Schutz vor Venenthrombosen durch Reisestrumpf nachgewiesen
Der medi travel wurde als erster Reisestrumpf klinisch gestestet. Die Studie zeigt: Er schützt auf Langstreckenflügen effektiv vor tiefen Venenthrombosen.
Erster klinisch getesteter Reisestrumpf medi travel
Erstmals wurde die Effektivität des Tragens von Kompressionsstrümpfen zur Vorbeugung des Economy-Class-Syndroms auf Langstreckenflügen durch eine klinische Studie nachgewiesen. Von über 200 Probanden erlitt keiner der Strumpfträger eine tiefe Venenthrombose, zehn Prozent der Teilnehmer ohne Reisestrumpf entwickelten hingegen nach dem Flug eine asymptomatische tiefe Venenthrombose im Unterschenkel.
Thrombose nach Langstreckenflügen
In der Vergangenheit war es Ärzten in Notfallaufnahmen nahe von Flughäfen aufgefallen, dass sich zunehmend Passagiere mit einer thromboembolischen Problematik nach Langstreckenflügen vorstellten. Bisherige Studien hatten diesen Zusammenhang jedoch noch nicht ausreichend untersucht. 10 bis 20 Prozent aller tiefen Venenthrombosen können zu Komplikationen wie der Lungenembolie führen. Ziel der Studie „Flugreisen: Inzidenz und Prävention der tiefen Venenthrombose“ (The Lancet, Bd. 357, S. 1485-1489) war es deshalb, die Häufigkeit tiefer Venenthrombosen bei Passagieren nach Langstreckenflügen festzustellen und die Wirksamkeit des Tragens von speziell entwickelten Reisestrümpfen während des gesamten Flugs zu untersuchen.
Durchgeführt wurde die Studie an der Universität London unter Leitung von John H. Scurr. Von fast 500 Freiwilligen wurden 231 geeignete Probanden im Alter über 50 Jahren in die Studie aufgenommen. Voraussetzung für die Teilnahme war eine unauffällige medizinische Vorgeschichte im Hinblick auf thromboembolische Ereignisse. Patienten mit erhöhtem Risiko für tiefe Venenthrombosen wie Frischoperierte und Schwerkranke wurden ausgeschlossen.
Der Test
Alle Personen absolvierten jeweils zwei Flüge von mindestens acht Stunden Dauer in der Touristenklasse innerhalb von sechs Wochen. Von 200 Flugreisenden, die bis zum Ende der Studie an allen Untersuchungen teilnahmen, trugen 100 keinen Strumpf. Die andere Hälfte erhielt randomisiert den Reisekniestrumpf medi travel der Firma medi UK Ltd, Hereford, GB. In Deutschland wird der Strumpf von medi, dem führenden Kompressionsstrumpfhersteller, über den medizinischen Fachhandel vertrieben. Untersucht wurden die Probanden mittels Duplex-Sonographie jeweils vor der Reise und innerhalb von 48 Stunden nach der Landung.
Die vorab erfolgte Ermittlung des Gesamtblutbilds, der Thrombozytenzahl und der D-Dimer-Spiegel brachte keine prognostischen Informationen. Die Messung des D-Dimer-Spiegels nach dem Flug ergab keine auffälligen Ergebnisse. Keiner der 100 Strumpfträger entwickelte im Rahmen der Studie eine tiefe Venenthrombose. Die natürliche Inzidenz von zehn Prozent kann somit vollständig unterdrückt werden. Venengesunde profitieren demnach signifikant in der Verhinderung des Economy-Class-Syndroms, wenn dieser spezielle Reisestrümpf auf Langstreckenflügen getragen wird. Dagegen entwickelten vier Strumpfträger, bei denen im Vorbefund eine Varikosis bestand, eine oberflächliche Thrombophlebitis. Die leichte Kompression scheint somit bei vorgeschädigten Venen als vorbeugende Maßnahme nicht auszureichen.
Kompressionsstrümpfe während des Flugs tragen
Wie die Studienergebnisse belegen, sollte künftig für Venengesunde auf Langstreckenreisen die Empfehlung gelten, spezielle klinisch getestete Reisestrümpfe zu tragen, um das Thromboserisiko wirksam zu reduzieren.

